ÖAMTC-Schutzwege-Test: Wien liegt im europäischen Vergleich im besseren Mittelfeld
24. November 2008 | Kategorie: Auto & Verkehr

Schutzweg in Wien zwischen Parlament und Rathauspark - Bild: ÖAMTC
Londons Zebrastreifen sind vorbildlich, Schlusslicht bildet EU-Hauptstadt Brüssel
Wien (OTS) – Andere Länder, andere Schutzwege. Und das macht es nicht leichter, in einer fremden Stadt sicher über die Straße zu kommen. Das zeigt ein erstmals in 17 europäischen Großstädten durchgeführter Test von Fußgängerübergängen. Geprüft wurden 215 Schutzwege auf typischen Touristenrouten, um speziell die Gefährdung nicht ortskundiger Gäste zu erheben. Fazit: London schneidet mit einem Sieger und fünf weiteren Platzierungen unter den Top Ten mit Abstand am besten ab. Immerhin bereits an fünfter Stelle liegt der erste der zwölf getesteten Wiener Schutzwege. Am schlechtesten schneidet Brüssel mit vier Platzierungen unter den “Worst Ten” ab. “Hier muss man ernsthaft hinterfragen, ob nicht Schutzlos-Weg die treffendere Bezeichnung wäre”, sagt Willy Matzke, Verkehrsexperte des ÖAMTC. Prüfkriterien waren Länge des Überganges, mögliche Konfliktstellen für Fußgänger und Fahrzeuge, die Länge der Grün- und Rotphasen und Countdown-Anzeigen für Fußgänger.
Die Ergebnisse für Wien: “Erfreulicherweise liegen die in Wien getesteten Schutzwege im besseren europäischen Mittelfeld, was aber nicht heißt, dass es nicht einigen Aufholbedarf gibt”, sagt der ÖAMTC-Experte. Zum Test in Wien wurde eine Route zwischen Museumsquartier, Rathaus und Volksgarten gewählt, vorbei an den Sehenswürdigkeiten wie Hofburg, Kunst- und Naturhistorisches Museum. Als sicherste Querung erwies sich der Schutzweg zwischen Parlament und Rathauspark, er schaffte es auf Platz fünf. Generell gefiel den Testern in Wien die Ausstattung der Schutzwege. Auch die Beschilderung und die Signalanlagen sowie die Zugänglichkeit für mobilitätseingeschränkte Personen konnten beeindrucken. “Auch wenn es mancher Wiener nicht glauben wird: Sogar die Gestaltung der Schutzwege bei Radfahranlagen ist im internationalen Vergleich sehr gut”, schildert Matzke. Negativ fiel in Wien allerdings auf, dass bei einem Großteil der Schutzwege die Bodenmarkierungen bereits stark abgenutzt und somit schlecht sichtbar ist. Ebenfalls bemängelt wurde der geringe Abstand zwischen Straßenbahn und Gehsteigkante, der in Verbindung mit den geräuschlosen Straßenbahnen gefährlich werden kann. Außerdem wurden von den Testern die oftmals fehlenden taktilen Leiteinrichtungen für sehbeeinträchtigte Personen bekritelt. Aufholbedarf gibt es auch bei der Einführung von exklusiven Grünphasen für Fußgänger “Dadurch ließen sich viele Konflikte mit abbiegenden Autos vermeiden. Aber, immerhin: In der Wertung der zehn schlechtesten Zebrastreifen glänzt Wien erfreulicherweise durch Abwesenheit”, sagt der ÖAMTC-Verkehrsexperte.
Die Ergebnisse für London: Auf Londons Fußgängerstreifen ist man als Tourist besonders gut aufgehoben. Die Sieger-Kreuzung Tothill Street / Storey’s Gate nächst Westminster Abbey und Big Ben in London wurde als eines von zwei Objekten mit “sehr gut” beurteilt. Die Schutzwege in London zeichnen sich generell durch ein sehr gutes Design und gute Sichtbeziehungen sowie exklusive Grünphasen für Fußgänger aus.
Die Ergebnisse für Brüssel: Den geringsten Schutz bieten Zebrastreifen in Brüssel, das beim Test auch vier der schlechtesten Schutzwege stellt. Diese fallen durch eine schlechte Qualität der Gehsteige im Umfeld der Schutzwege auf. “Selbst Schlaglöcher sind keine Seltenheit, man kann sehr schnell stolpern, wenn man sich auf den Verkehr und nicht auf den Untergrund konzentriert”, sagt der ÖAMTC-Experte. Ebenso zu bemängeln sind in Brüssel die schlechte Sichtbedingungen für Fußgänger und Autofahrer sowie und abgenutzten Bodenmarkierungen.









